Life Lesson Von Einem Reef Cut

Reef Cut Lesson WOW Ouch

Life Lesson Von Einem Reef Cut

Bevor ich mit meinem Gefasel anfange – du solltest dich fragen, weshalb du auf das Bild von einem verwundeten Finger geklickt hast. Du bist schon eigenartig, oder?

Aber gut, ich verurteile dich nicht, mein Sohn*.

Und ja, ich weiß, dass mein Finger hässlich ist. Er ist trotzdem gut darin, Schuldige zu finden.

Ich erkläre dir aber nun mal, was der Reef Cut am Finger mit meiner Lektion für’s Leben zu tun hat. Und zwar sollten wir uns ein Beispiel an unserem Körper nehmen. Klar. Jeder ist sich bewusst, dass der Körper eine Maschine ist. Nichts desto trotz sind seine Leistungen immer wieder beeindruckend.

Story Time.

Ich surfte mir letzte Woche mit Jonas am völlig überfüllten Surfspot in Arugam Bay ein wenig die Seele aus dem Leib und entschied mich nach nur wenigen Minuten dazu, dem wilden Getummel und Brett-Herumgefliege zu entkommen.

Beim Verlassen des Wassers geschah es dann: Meine Hand schlitzte sich am Riff auf und fing an, unkontrolliert zu bluten. Eigenartigerweise strömte das ganze Blut aus einer ziemlich kleinen Wunde am Finger und ich fragte mich, was da vor sich ging. Ganz baff war ich, das sag ich dir.

 

 

Eine kurze Tuk Tuk Fahrt später und zurück im Camp entschloss mich dazu, den Finger genauer zu untersuchen. Die Blutung konnte ich natürlich schon auf der Fahrt stoppen, indem ich den Finger stets gen Himmel streckte, damit kein weiteres Blut hineinfließt. Zufall, dass die Wunde am rechten Mittelfinger war?

Ich glaube nicht.

Wie dem auch sei – im Camp angekommen war dann schon zu erkennen, dass sich noch ein paar Stückchen Riff in meinem Finger befanden. Kurzerhand holte Jonas eine Pinzette zur Hilfe und versuchte, die Stückchen aus dem Finger zu kratzen und zu ziehen.

Plötzlich hatte er gelbes Gewebe zwischen der Pinzette und zog einen langen Faden aus der offenen Wunde. Seltsamerweise spürte ich keinen Schmerz. Innerhalb von wenigen Minuten bildete sich weiteres, luftartiges Gewebe in meinem Finger, sodass meine Wunde prolabierte (ich empfehle dir, unter keinen Umständen nach Bildern der englischen Übersetzung des Wortes zu googlen).

Schön war der Anblick nicht, aber ich empfand das Vorgehen des Körpers als sehr fuchsig. Durch das flinke Herauspressen dieses kissenartigen Gewebes konnte mein Körper sicherstellen, dass das schädliche Riff schnellstmöglich aus dem Körper entfernt wird. Somit hat der Körper mal eben eine potentielle Vergiftung vorgebeugt.

Du Maschine.

Daraufhin stieg mir diese Strategie wortwörtlich zu Kopfe. Ich begutachtete den Finger mit disziplinierter Regelmäßigkeit und empfand jedes Mal viel Respekt für meinen Körper.

Irgendwann kam die Frage auf – wieso kann es in meinem Kopf nicht auch so zugehen?
Toxische Gedanken, meist mit Bezug auf andere Personen oder Beziehungen, erkennen und einfach wie eine Maschine effizient aus dem Verstand schieben. Warten bis die Wunde heilt und gut ist.

So einfach kann es sein.

Lektion für’s Leben gelernt. Danke Reef Cut.


*bzw. meine Söhnin

Gerrit erblickte das Licht der Welt im Jahre 1991. Neben dem Surfen hat er noch ein Faible für selbst gemachten Eiskaffee und gutes Essen! Gerrit berichtet über den Schabernack, den er tagtäglich so betreibt.

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