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Surftrip durch Kalifornien

Wir waren auf einem 18 tägigen Surftrip durch Kalifornien und es war nicht immer so spaßig, wie es sich zuerst anhört. 

Surftrip durch Kalifornien? – Ja, bitte.

Wir sitzen am Black Friday bei einem gemütlichen Bierchen auf der Terrasse unserer Wohnung in Spanien und sehen per Zufall, dass es bei Norwegian derzeit extrem günstige Flüge nach Los Angeles gibt – 320€ für Hin- und Rückflug zusammen!

Es blieb uns quasi keine andere Wahl als zuzuschlagen.

Zudem ist auf der Website von Norwegian beim Buchungsprozess etwas schief gelaufen und wir haben gleich zwei Boardbags zum Preis von einem in unserer Buchungsbestätigung gehabt. Hörer in die Hand und kurz nachgefragt – es stimmte wirklich!

Ein paar Monate warten und schon geht es los.

 

Beginn vom Surftrip durch Kalifornien

Wie viele unter euch wissen, muss man bei der Einreise nach Amerika eine feste Adresse angeben.

Dies ist auch der Grund, weshalb der Wohnmobil-Vermieter namens Cruise America uns den gemieteten RV (Recreational Vehicle) aka Campingbus nicht direkt am Tag der Ankunft geben wollte.

Den Sinn dahinter zu verstehen ist schwer, aber wer will sich schon dem Motto “Big Brother Is Watching You” widersetzen.

Surftrip Durch Kalifornien

Demnach verbringen wir eine Nacht in der Travelodge direkt am Flughafen.

Am nächsten Tag nehmen wir uns ein UberXL nach Carson, um unser Wohnmobil mitsamt unserer zwei Boardbags bei Cruise America abzuholen. Und dann hieß es so schnell wie möglich raus aus LA!

 

Surftrip durch Kalifornien – San Diego Area

Auf unserem Surftrip durch Kalifornien verschlägt es uns zuerst in den Süden. Unser mitreisender Kumpel Jonas hat vor ein paar Jahren bereits in der Gegend gelebt und kannte sich vor Ort aus.

Jedoch nicht gut genug, um uns das erste Ticket der Polizei ersparen zu können.

Wir fuhren gerade durch Oceanside, als uns ein charmanter Laden der Sub-Kette namens Port of Subs ins Auge fiel. Abrupt kamen wir zum stehen und parkten unseren 8 Meter langen RV in der Straße, um unseren Hunger in dem Lokal zu stillen.

Als wir den Laden wieder verlassen und zurück zum Vehikel laufen, fällt uns ein weißer Umschlag an der Windschutzscheibe auf. Voller Neugierde und Entsetzen zugleich machen wir den Umschlag auf und finden einen Strafzettel: $59 für das Parken auf der falschen Straßenseite. Wir waren doch nur 20 Minuten lang weg, am helllichten Tag in einer abgelegenen Gegend?

Kleine Notiz am Rande: Port of Subs hat nur mittelmäßiges Brot im Angebot, dafür aber geile Beläge.

Gut, solche Dinge passieren eben. Zudem teilen wir alle Kosten sowieso durch 4 Personen.

 

Die Parksituation

Die erste Nacht ohne Hotel steht bevor.

Zur Parksituation von überdimensional großen Fahrzeugen sei gesagt, dass es in ganz Kalifornien untersagt ist, einfach auf der Straße zu parken und zu nächtigen.

Wir können das Gesetz ein wenig verstehen, da in Kalifornien doch sehr viele Leute dauerhaft in ihren RVs wohnen. Einfacher macht das die Situation für unseren Surftrip durch Kalifornien aber leider nicht.

In den tiefen des Internets haben wir gelesen, dass viele Walmarts das Parken über Nacht tolerieren. Auf einem der drei Walmart-Parkplätze in Oceanside traf dies tatsächlich zu und so wurden wir in unserer ersten Nacht nicht von Wächtern oder der Polizei gestört.

Es blieb allerdings auch so ziemlich die einzige Nacht auf einem Walmart-Parkplatz ohne miese Störenfriede. Wir parkten während der gesamten Zeit auf etwa 5 weiteren Walmart-Parkplätzen und wurden jedes Mal nachts geweckt und weggeschickt. Auf sehr freundliche Art und Weise muss man jedoch dazu sagen.

Glücklicherweise hielt sich jeden Tag mindestens einer beim Trinken zurück (meistens Jonas), sodass wir nachts eine Person hatten, die legal hinter dem Steuer sitzen durfte.

Trotzdem bist du dann in der Situation, in der du nicht weißt, wohin du fahren sollst oder überhaupt darfst.

In einigen Fällen gaben uns die Nachtwächter gute Tipps oder begleiteten uns gar zu einem abgelegenen, dunklen Spot, wo wir dann weiterschlafen konnten. In anderen Fällen mussten wir teilweise selbst Stunden nach solchen Orten suchen.

Wer jedenfalls in Oceanside nach einem Stellplatz sucht – direkt am Hafen darf man ganz legal 72 Stunden lang parken. Diesen Spot fanden wir direkt and Tag zwei und entschieden uns prompt, zwei Nächte dort professionell herumzulungern und die Tage in umliegenden Orten zu verbringen.

 

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Rumlungern auf dem Parkplatz am Hafen von Oceanside.

 

So begeben wir uns abends in das niedliche Carlsbad, um uns dort beispiellos die Nuss in einer Bar voll zu hauen. Das Getränk der Wahl sind zu Beginn komplette Flaschen Weißwein, da man auf diese Weise am günstigsten wegkommt.

Dachten wir zumindest.

Wir hatten die Effekte des Weinkonsums nicht mit einkalkuliert. Der übermäßige Konsum des Traubensafts endete darin, dass die betrunkenen Versionen von uns meinten, sich mit allen möglichen Getränken noch weiter auf den Mond schießen zu müssen.

Die Bilanz am nächsten Tag ist ernüchternd (okay nicht ganz, waren trotzdem noch restblau): Jeder von uns hatte mindestens $100 vernichtet.

Wofür weiß keiner.

 

Surfen auf dem Surftrip durch Kalifornien

Auf unserem Surftrip durch Kalifornien sind wir im Schnitt ein Mal pro Tag im Wasser gewesen, um mit den Wellen und den Seelöwen zu spielen.

Wir wären gerne öfters gegangen, jedoch standen täglich extrem wichtige Aufgaben, wie Nahrung jagen und potentielle Parkplätze aufspüren, auf dem Plan. Zudem hatten wir nicht so viel Glück mit den Wellen-Bedingungen.

Meist sind wir morgens direkt nach dem Aufwachen um circa 7 ins Wasser gesprungen. Ein Local hatte uns schon vorab informiert, dass Dawn Patrol derzeit ein Muss ist, wenn man vernünftige Wellen surfen will.

Was das Parken anbelangte, lief alles die nächsten Tage soweit noch rund, denn wir stellten unseren RV so unauffällig wie möglich in Encinitas direkt am Strand neben eine Baustelle. Das ging auch gut für zwei Nächte, sodass wir dann weiterzogen und jeweils ein paar Nächte in Cardiff und Solana Beach verbrachten.

Ganz getreu dem Motto Hit’n’Run.

Auf dem Weg zurück gen Norden kamen wir dann wieder durch Encinitas, wo wir in der Nähe vom Moonlight Beach parkten. Am Moonlight Beach gaben wir uns abends wieder dem professionellen Herumlungern hin, machten (legal) Feuer am Strand und tranken (illegal) ein paar Bierchen mit freundlichen Menschen dort.

Ein wenig beschwippst gehen wir zurück, um uns der Dunkelheit hinzugeben und unseren Körpern ein wenig Ruhe zu gönnen. Zurück an unserem trauten Heim auf vier Rädern angekommen, fällt uns etwas auf.

Es stehen drei weitere RVs um unser Vehikel herum. Nicht gut, dachten wir uns.

Zu viel Aufmerksamkeit.

Jedoch konnten wir nichts an der Situation ändern, denn fahren durfte sicherlich keiner mehr von uns. Wird schon gut gehen. Oder auch nicht.

Nachts hämmert jemand mit ziemlich viel Gewalt gegen die Tür. Jonas ist, wie immer, der erste an der Tür. Dort steht ein Polizei Officer, der uns gerade ein Ticket über $89 an die Windscheibe geklebt hat. Er ist erstaunlich freundlich und erzählt uns, dass es in ganz Encinitas aufgrund eines Stadt-Gesetzes verboten ist RVs zu parken.

Wunderbar.

Auch die anderen RVs haben einen netten Brief an der Windschutzscheibe. Jedoch sind sie klug genug, ruhig im Van liegen zu bleiben. Denn nur wer die Tür öffnet, der muss sich verziehen.

 

Tagesaufgaben auf dem Surftrip durch Kalifornien

Du magst dich fragen, was wir auf unserem Surftrip durch Kalifornien tagsüber so machten?

Nun, es gab im Wohnmobil ein paar einfache Regeln. Gut, eigentlich gab es nur eine Regel:

  1. Nicht in die Toilette kacken

Bei vier ausgewachsenen männlichen Geschöpfen ist diese Regel sehr wichtig, denn ansonsten hätten wir den Auffang-Tank alle paar Stunden leeren dürfen. Vor allem, wenn man bedenkt, was wir in den USA (auch aufgrund des vorhandenen Angebots) konsumiert haben – hauptsächlich Essen, dass dem der goldenen Möwe sehr ähnelt.

Diese eine Regel sorgte dafür, dass wir uns fast tagtäglich nach unserem Surf an einem Walmart, Trader Joe’s oder Vons wiederfanden und dort ein wenig herumlungerten, frühstückten und andere wichtige Geschäfte erledigten. Oftmals saßen wir auch ein paar Stunden im Starbucks und arbeiteten ein wenig.

Einen weiteren Teil des Tages verbrachten wir damit, uns das nächste Städtchen entlang der Küste auszusuchen. Dort angekommen, mussten wir alles ausspähen und schauen, wo wir die Nacht verbringen würden. Danach ist man natürlich wieder hungrig, was wiederum den Abend einleitet. Und schon ist der Tag vorbei.

 

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Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, die Scooter auszuprobieren. Ganz zum Entsetzen der Mitarbeiter.

 

Surftrip durch Kalifornien – Santa Barbara Area

Etwa die Hälfte der Tage auf unserem Surftrip durch Kalifornien sind schon vorbei und wir überlegen uns, den Norden von Los Angeles aufzusuchen.

Wir fahren nach Orange, damit ich mir ein neues iPhone von einem Craigslist-Typen kaufen kann und machen noch den Umweg über Pasadena, damit sich die anderen Jungs neue Neos günstig kaufen können.

Danach geht es zu einem Kumpel von Garth, der etwa 30 Minuten nördlich von Malibu wohnt. Dort verbringen wir auf seinem privaten Parkplatz eine Nacht und streicheln unter anderem seine Schweine, Hunde, Pferde und Hühner. Jawoll.

 

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3 Menschen, 2 Schweine, 1 Hund. Und ein Huhn auf dem Arm von Garth.

 

Der Kumpel von Garth empfiehlt uns ein paar Städte entlang der Küste und empfiehlt uns, lieber nicht in den Park von Big Sur zu fahren. Dort seien die Straßen und Brücken aufgrund einer Flutung angeblich gesperrt.

So empfiehlt er uns die Städte Pismo Beach, Morro Bay und Cayucos, die wir in den nächsten Tagen allesamt besucht haben. Unsere Lieblingsstadt im Norden von LA war aber definitiv Ventura (Downtown). Vor allem die Gegend am Pierpont Boulevard, wo wir ein paar hervorragende Surfs und Frozen Yogurt hatten.

Gegen Ende von unserem Surftrip durch Kalifornien waren die ewige Suche nach dem perfekten, kostenlosen Parkplatz ein wenig leid und ich stieß online über den überaus günstigen ($23/Nacht) Campingplatz des Lopez Lake (Recreational Area).

Dieser befindet sich lediglich 30 Minuten von unserem Surfspot in Pismo Beach entfernt und bietet alles, was man sich wünscht. Demnach verbrachten wir dort zwei extrem entspannte Nächte, feierten BBQs, gingen Kayak fahren und fischen.

Da wir unsere Zeit dort so sehr genossen, entschieden wir uns dazu, nach Lopez Lake direkt den wunderschönen Campingplatz am Lake Casitas aufzusuchen. Dieser befindet sich nur 20 Minuten von Ventura entfernt, was perfekt für uns war.

Von dort mussten wir uns schon fast auf den Rückweg zum Flughafen begeben. Jedoch nicht ohne unserem neuen amerikanischen Onkel vorher einen Besuch abzustatten und mit ihm nach einem BBQ, viel Bier und Pool-Spaß den St. Patty’s Day in Camarillo zu verbringen.

 

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Letzte Tage vom Surftrip Durch Kalifornien

Unser Surftrip durch Kalifornien neigt sich dem Ende zu. Es stehen lediglich zwei Nächte in Los Angeles bevor, weil ich den Akku von meinem iPhone beim Craigslist-Typen austauschen lassen muss (jaja, ich weiß).

An sich passierte nichts spannendes mehr, jedoch stellte die Parksituation wieder eine kleine Hercules-Aufgabe dar.

Besonders in Los Angeles.

Nachfolgend beschreibe ich zwei Tricks, auf die wir hätten auch vorher kommen können.

1. Für uns alle war es absolute Pflicht, ein Korean BBQ Restaurant besucht zu haben. Sollte man unbedingt gemacht haben. Und das nicht nur wegen dem Essen. Wir sind letzten Endes bei Gen Korean BBQ gelandet und es war einfach nur lecker und witzig. Was aber noch viel wichtiger war:

Dem Restaurant gehört der anliegende Parkplatz. Nach einer extrem lockeren und freundlichen Konversation mit dem Manager fanden wir auf diesem Wege doch tatsächlich eine Nacht ruhigen Schlafes inmitten von LA!

2. Für die zweite Nacht steuerten wir einen Supermarkt, der sich 24/7 Apotheke verkleidete, an und fragten dort nach, ob wir für eine Nacht mit unserem RV dort stehen dürften. Nach Rücksprache mit dem Manager musste der oder die Mitarbeiterin (wirklich keine Ahnung, was es war) uns leider eine Absage geben.

Jedoch wies es uns darauf hin, dass der Laden einer Burger-Kette direkt nebenan doch kürzlich geschlossen hätte. Aufgeregt fuhren wir, wie man es nunmal in Amerika macht, die 25 Meter zu dem verlassenen Drive-Thru laden und freuten uns sehr. Direkt hinter dem Laden, wo eigentlich die Bestellungen angenommen wurden, präsentierte sich ein wunderbarer Parkplatz, der unserer Stealth-Mission definitiv genügte. Kein Schwein würde uns dort jemals entdecken.

 

Fazit vom Surftrip durch Kalifornien

So geil der Lifestyle dort auch ist – man sollte viel Geld verdienen, wenn man dort wohnen und ein schönes Leben genießen möchte. Diese Variante würde ich definitiv einem Wohnmobil Surftrip durch Kalifornien vorziehen.

Solltet ihr trotzdem einen Surftrip durch Kalifornien mit dem Wohnmobil wagen, geht vorher durch die Insolvenz-Bücher und schaut nach, welche Restaurants gerade erst geschlossen wurden.

Und falls ihr es auf die Spitze und gleichzeitig Schabernack treiben wollt, downloaded noch eine Karte mit der Netzabdeckung von Kalifornien herunter.

Warum?

An den Orten mit schwachem oder keinem Netz könnt ihr sicherlich ungestört einen Parkplatz finden. Und unter Umständen euren Urin-Tank leeren (Indianer-Ehrenwort, dass wir das nicht gemacht haben!).


P. S.: Ich helfe dir hier gerne, deinen Surftrip durch Kalifornien zu planen 🙂

Gerrit

Gerrit

Gerrit erblickte das Licht der Welt im Jahre 1991 und gründete zarte 24 Jahre später Wavebutler. Gut Ding will schließlich Weile haben. Seither berichtet Gerrit auf dem Wavebutler Blog über Neuigkeiten aus der Surf-Welt sowie über alles, was die Geschäftsseite von Wavebutler anbelangt.

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