Andy Irons: Kissed By God – Rezension Von Einem Surfer

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In dieser Rezension verliere ich ein paar Worte über den Andy Irons Film „Kissed by God“ und verrate dir, ob er sehenswert ist oder ob du dir die Zeit sparen kannst.

Fangen wir mal ganz vorne an.

Du musst wissen – ich schaue nicht wirklich viele Filme. Aber dieser Film hat es irgendwie auf meine Liste geschafft und ich wollte ihn schon seit Längerem sehen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Trailer von “Kissed by God” öfters in meinem Newsfeed aufgetaucht ist und ich mich (als ein kleinerer Bruder) sehr von Bruce Iron’s Worten berührt fühlte.

 

 

So sehr, dass ich mir beinahe Flüge von Deutschland nach Prag für Anfang Oktober gekauft hatte, um mir dort die Premiere zu geben.

Nun kam es doch anders, denn zufälligerweise fand hier in Canggu auf Bali nur vier Roller-minuten von meinem Haus entfernt ein Surf-Film Festival statt, auf dem der Film gespielt wurde.

Abends um 20.45 wurde der Film in einer sehr schicken Location namens La Laguna unter freiem Sternenhimmel ausgestrahlt und ich war mit meinen Freunden da.

Wunderbar.

Wäre der Film einen Besuch in Prag wert gewesen?

Ja.

So viel schonmal vorab in dieser Rezension von „Andy Irons: Kissed by God“.

 

Worum es in “Andy Irons: Kissed by God” geht

Pro-Surfer und dreifacher World Surfing Champ Andy Irons starb 2010 alleine in einem Hotelzimmer in Texas.

In diesem Film geht es darum, wie Alkohol und Drogenabhängigkeit sowie Andy’s bipolare Störung zu seinem traurigen Tode beigetragen haben.

Lange Zeit wurden die harten Fakten zu den Umständen der Öffentlichkeit vorenthalten, besonders um das Gesicht der Industrie zu wahren.

In diesem Film bringen all diejenigen, die Andy am nächsten waren die komplette Wahrheit ans Licht und lassen dich besser verstehen, wie alles zustande kam.

Dabei wird sich nicht an den Tiefpunkten aus Iron’s Leben aufgehalten, sondern das Gesamtbild und sein Lebensverlauf authentisch dargestellt, sodass man sogar erfährt, was Andy’s psychische Störung ausgelöst haben könnte.

Chronologisch wird einem gezeigt, wie Andy aufwächst und Kelly Slater zu seinem Idol machte, Irons es auf die World Tour schafft, irgendwann Kelly’s größter Konkurrent wird und gegen Ende, trotz aller heißblütigen Battles im Wasser, eine Freundschaft mit Slater sucht.

 

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Für wen “Andy Irons: Kissed by God” gemacht ist

Wer sich vom Film „Andy Irons: Kissed by God“ etwa 80% Surfszenen und 20% Interviews erhofft, wird leider enttäuscht. Es handelt sich um keinen regulären Surf-Film, sondern um eine Doku.

Natürlich sind auch wunderschöne Surf-Szenen aus allen möglichen Ländern wie Austalien, Spanien, Indonesien etc. eingebaut, jedoch liegt der Fokus zu 100% darauf, die unveröffentlichte Geschichte über Andy Irons zu erzählen.

Charaktere wie Andy’s Frau Lydia, sein Bruder Bruce, seine Mutter und sein Vater, andere Surf-Legenden wie Mark Occhilupo, Kelly Slater, Mick Fanning oder Joel Parkinson geben tiefe Einsichten darüber, wie das Leben hinter den Bühnen aussah und wer Andy Irons wirklich war.

Besonders Bruce und Lydia haben viel zu erzählen und man kann nicht anders als bei den beiden besonders tief mitzufühlen.

Im Film „Andy Irons: Kissed by God“ geht es viel um Drogen. Das Thema wird aber aus einer Perspektive behandelt, die komplett die negativen Folgen vom Drogenkonsum verdeutlicht und gnadenlos aufzeigt, wie viele Leben es zerstören kann.

Im Publikum befanden sich teilweise Kinder im Alter von 12, 13, 14 Jahren, denen ganz klar deutlich gemacht wurde, dass man nicht mit dem Teufel tanzen sollte.

Nicht eine Sekunde lang wurde irgendein Drogenrausch als positiv dargestellt und der Fakt, dass man im Film so viel Sympathie für Andy und sein Umfeld entwickelt, intensiviert diesen Eindruck nur.

Meiner Meinung nach sollte man daher keine Angst davor haben, diesen Film mit seinen (jugendlichen) Kindern zu schauen. Es ist sicherlich mutig, aber ich bin überzeugt davon, dass nur eine Nachricht verstanden wird: Finger weg!

Demnach ist dieser Dokumentarfilm für jeden Surfer und jeden Nicht-Surfer ab jugendlichem Alter gedacht. Ebenso sollte man herausstellen, dass auch (nicht-surfende) Frauen Gefallen an diesem Film finden werden.

 

Meine Gedanken zu “Andy Irons: Kissed by God”

Ich hatte eigentlich nicht geplant, eine Andy Irons: Kissed by God Rezension zu verfassen. Nachdem ich jedoch bei dem Event war, möchte ich möglichst viele Menschen dazu anregen, sich dieser Geschichte aus der Surf-Welt anzunehmen.

Abgesehen vom Thema Drogen in Bezug auf den professionellen Sport Surfen ist auch das Thema der bipolaren Störung höchst interessant.

Ich habe selbst schon einen bipolaren Menschen getroffen und verstehe jetzt im Nachhinein mehr über gewisse Verhaltensweisen dieser Person.

Als nächstes wollte ich ansprechen, dass extrem herzzerbrechende Szenen aus dem Film herausgelassen wurden. Über Monate hinweg habe ich verschiedene Clips gesehen, die wirklich berührend waren.

Um ein Beispiel zu nennen – Es gibt eine Szene, in der Bruce weinend erklärt, das es eine Qual für ist, dass er nun der Vater von Andy’s Sohn sein muss, weil Andy die Geburt seines eigenen Sohnes nicht mehr miterleben konnte. Das geht tief unter die Haut.

Der Film ist aber auch so schon sehr bedrückend und man sollte sich diesen Film nicht vor einer Party anschauen, denn ein Happy Ending gibt es nicht.

Aber das wussten wir alle schon vorher.

R. I. P.

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5/5 (4)

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Gerrit erblickte das Licht der Welt im Jahre 1991. Neben seiner Passion für das Surfen hat er noch ein Faible für selbst gemachten Eiskaffee und gutes Essen!

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