Angst Vor Reef Breaks

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Du hast Angst Reef Breaks zu surfen?

Okay, geht relativ vielen Surfern so.
Man muss fairerweise dazu sagen, dass es meistens Anfängern so geht. 

Und du bist nun sicherlich auf der Suche nach einer Antwort, ob deine Angst berechtig ist oder nicht, richtig?

Deine Angst auf Reef Breaks zu surfen ist unbegründet. 

Schauen wir uns mal die verschiedenen Arten von Surfspots an. Danach wirst du nämlich besser verstehen, weshalb du keine Angst zu haben brauchst.

Ganz unten findest du zudem noch eine wahnsinnig traumatisierende Geschichte vom Kamp zwischen mir und einem Riff.


Was ist ein Reef Break?

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Auf Sri Lanka geknipst – ein Reef Break.


Ein Reef Break ist beim Surfen ein Surfspot, wo die Welle über einem Riff bricht. 

Klingt erstmal gefährlich.
Besonders wenn das Riff scharf ist.

Da kommen gleich gefährliche Spots wie Tahiti oder Pipeline in den Kopf.
Dort verletzten sich dauernd Surfern und es sterben sogar ab und zu welche.

Wir reden hier aber von Profi-Surf Spots, die man als Anfänger einfach nicht surfen sollte.
Man fängt beim Ski-Fahren ja auch nicht auf der schwarzen Piste an, oder?

Hier sind aber ein paar Argumente gegen deine Angst vor Reef Break Surfen:

- Du kannst dich an einem Beach Break genauso tödlich verletzen.
- Es gibt sanfte Reef Breaks die perfekt zum lernen und verbessern sind.
- Reef Breaks brechen zuverlässiger und öfters im gleichen Shape als Beach Breaks.
- Reef Breaks brechen oftmals an einer ähnlichen Stelle, sodass die Wellen dort leichter vorauszusagen sind.
- Es gibt Reef Breaks, die nicht scharf sind.
- Es gibt Reef Breaks, wo so viel Wasser drauf ist, dass du das Riff selbst beim Schlimmsten Wipe-Out niemals berühren wirst.

Aber... aber was ist mit Seeigeln und anderen Monstern, die mich töten wollen?

Seeigel gibt es auf vielen Riffen, fair enough. 

Gleichermaßen gibt es aber giftige Petermännchen, die sich nahe dem Boden von Beach Breaks aufhalten.

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Und nein, nicht irgendwo – auch bei uns im Atlantik.
Sprich zum Beispiel in Frankreich und Spanien. 

Ich persönlich finde es zudem deutlich leichter, auf dem Weg zum Surfspot Seeigeln aus dem Weg zu gehen als Petermännchen, die man gar nicht sieht!

Die Behandlung läuft bei einem Unfall übrigens gleichermaßen ab: Die betroffene Stelle in heißes Wasser halten oder mit einem Feuerzeug erhitzen, damit das Gift neutralisiert wird.

Fazit: Wir können das Meer nunmal nicht ganz ohne Risiken betreten. Es macht aber keinen Unterschied, ob du einen Beach Break oder über einem Riff surfst. 


Unterschied Point Break und Reef Break

Hast du noch mehr Angst davor, Point Breaks zu surfen?

Das ist wahrscheinlich so, weil viele Point Breaks super beliebt sind und sich dort extrem gute Surfer aufhalten. Auch eine Angst: Keine Wellen abzubekommen.

Der Unterschied zwischen Point Breaks und Reef Breaks ist, dass ein Reef Break immer über Riff bricht. 

Das ist bei Point Breaks nicht so.

Schließlich ist ein Point Break eine Welle, die an einem ganz bestimmten Punk über Steinen, Riff, oder Sand bricht und sich dann meistens über mehrere hundert Meter hinweg um eine Art Landzunge schmiegt.

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Sprich: Es sind oftmals perfekte, lange Wellen.

Und auch bei Point Breaks gibt es welche, die gefährlicher sind als andere. Du willst als Anfänger zum Beispiel unter keinen Umständen Killers Point in Marokko surfen.

Nicht weit entfernt jedoch findest du Imsouane Point, den jeder Anfänger mit Leichtigkeit surfen kann.

Ein weiterer Surfspot, den jeder surfen kann ist zum Beispiel Malibu. 
An besagten Spots wird oft mit einem Longboard gesurft.  


Gefahren von Beach Breaks

Ich habe oben ja schon angedeutet, dass auch Beach Breaks extrem gefährlich sein können.

Da hätten wir die fiesen Petermännchen im Sand.
Ist wirklich unschön – bin selbst schon reingetreten. 

Dann sind da noch eklige Strömungen, die dir das Leben als Surfer nicht nur schwer machen können, weil du viel Ausdauer beim Paddeln brauchst. Ne, sie können dich nämlich auch auf das offene Meer ziehen und dann bist du am Arsch.

Und dann wäre da noch der Shorebreak, der dir das Genick brechen kann.
Davor solltest du Angst haben.

Was ist ein Shorebreak?
Shorebreak sagt man, wenn eine Welle nahe dem Ufer direkt auf trockenen Sand bricht.

Du kannst dir vorstellen, dass man ganz schön verprügelt wird, wenn man mit zig Tonnen Wasser auf trockenen Sand geschmettert wird.

Das ist jetzt alles ein wenig Schwarzmalerei, dennoch sind das realistische Gefahren, die da draußen lauern. 


Beach Break vs Reef Break

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Jetzt sage ich dir nochmal ganz klar, weshalb ich Reef Breaks so viel besser finde als Beach Breaks.

Du hast zum einen eine Welle, die sich relativ gut berechnen lässt. 
Falls du rausgepaddelt bist und feststellst, dass sie dir zu heftig ist, dann passiert nichts.

Du bist nicht auf einem extrem wilden Ozean gefangen und musst beim Rausgehen Angst vor dem heftigen Shorebreak haben.

Du setzt dich einfach in den Channel und schaust zu, wie Leute surfen oder du gehst wieder raus. Meistens gibt es bei Reef Breaks nämlich sichere Stellen zum rein- und rausgehen.

Ein weiterer Vorteil von Reef Breaks ist, dass du dich auf die Welle einstellen kannst.
Je öfter du sie surfst, desto besser weißt du wann sie wo und wie bricht.

Das ist gerade für Anfänger gut.

Das nächste Plus ist, dass Reef Breaks 10x zuverlässiger sind als Beach Breaks. 

Bei Beach Breaks ist man auf Sandbänke angewiesen und diese verschieben sich ständig. 
Ein Sturm und deine perfekte Sandbank ist dahin. Ciao, bis zur nächsten Saison.

Reef Breaks sind viel beständiger und bleiben gleich.

Als nächstes hast du bei Reef Breaks so gut wie immer einen Channel, der dich immer zurück ins Line-Up bringt. 

Eine Art Taxi.

Du surfst eine Welle und paddelst im Channel super easy zurück ins Line-up. 

Ein Traum.


Fazit

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Deine Angst vor Reef Breaks kommt wahrscheinlich von deinem Vorstellungsbild von einem Reef Break.

Klar gibt es Reefs wie Tahiti, Pipeline und co.
Die sollte man als nicht-Profi aber auch nicht surfen.

Es gibt so super anfängerfreundliche Reef Breaks (siehe Bali), die fast immer laufen und wo du richtig schnell Fortschritte machen kannst. Dort kannst du sogar ganz getrost mit deiner Familie surfen gehen.

Jetzt aber nochmal zu deiner Angst.

Fakt ist: Das Surfen als Sportart ist gefährlich, wenn man sich nicht auskennt.

Jeder Surfspot hat seine Tücken und man sollte wissen auf was man sich einlässt, sodass man vorbereitet ins Wasser geht.

Demnach musst du auch Angst vor Beach Breaks haben, denn diese haben an bestimmten Tagen auch so ihre Fallen.

Mein Tipp an dich: Beschäftige dich viel mit Strömungen, Channels und informiere dich bestens über den Surfspot (egal ob Reef Break oder Beach Break) an dem du surfen gehen willst.

So, und nun gibt es wie versprochen meine Horror-Story:

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Eine klaffende Wunde – mir vom Riff zugefügt.

Ich weiß, ich weiß.  Mein Finger ist hässlich.

Er ist trotzdem gut darin, Schuldige zu finden.

Ich erkläre dir aber nun mal, was der Reef Cut am Finger mit meiner Lektion für’s Leben zu tun hat. 

Und zwar sollten wir uns ein Beispiel an unserem Körper nehmen.

Klar, jeder ist sich bewusst, dass der Körper eine Maschine ist.

Nichts desto trotz sind seine Leistungen immer wieder beeindruckend.

Story Time.

Ich surfte mir letzte Woche mit Jonas am völlig überfüllten Surfspot in Arugam Bay ein wenig die Seele aus dem Leib und entschied mich nach nur wenigen Minuten dazu, dem wilden Getummel und herumfliegenden Brettern zu entkommen.

Beim Verlassen des Wassers geschah es dann: Meine Hand schlitzte sich am Riff auf und fing an, unkontrolliert zu bluten.

Eigenartigerweise strömte das ganze Blut aus einer ziemlich kleinen Wunde am Finger und ich fragte mich, was da vor sich ging. Ganz baff war ich, das sag ich dir.

Eine kurze Tuk-Tuk Fahrt später und zurück im Camp entschloss mich dazu, den Finger genauer zu untersuchen. 

Die Blutung konnte ich natürlich schon auf der Fahrt stoppen, indem ich den Finger stets gen Himmel streckte, damit kein weiteres Blut hineinfließt.

Zufall, dass die Wunde am rechten Mittelfinger war?

Ich glaube nicht.

Wie dem auch sei – im Another World Guesthouse angekommen war dann schon zu erkennen, dass sich noch ein paar Stückchen Riff in meinem Finger befanden.

Kurzerhand holte Jonas eine Pinzette zur Hilfe und versuchte, die Stückchen aus dem Finger zu kratzen und zu ziehen.

Plötzlich hatte er gelbes Gewebe zwischen der Pinzette und zog einen langen Faden aus der offenen Wunde.

Seltsamerweise spürte ich keinen Schmerz.

Innerhalb von wenigen Minuten bildete sich weiteres, luftartiges Gewebe in meinem Finger, sodass meine Wunde prolabierte (ich empfehle dir, unter keinen Umständen nach Bildern der englischen Übersetzung des Wortes zu googlen).

Schön war der Anblick nicht, aber ich empfand das Vorgehen des Körpers als sehr fuchsig.

Durch das flinke Herauspressen dieses kissenartigen Gewebes konnte mein Körper sicherstellen, dass das schädliche Riff schnellstmöglich aus dem Körper entfernt wird.

Somit hat der Körper mal eben eine potentielle Vergiftung vorgebeugt.

Du Maschine.

Daraufhin stieg mir diese Strategie wortwörtlich zu Kopfe.

Ich begutachtete den Finger mit disziplinierter Regelmäßigkeit und empfand jedes Mal viel Respekt für meinen Körper.

Irgendwann kam die Frage auf - wieso kann es in meinem Kopf nicht auch so zugehen?

Toxische Gedanken, meist mit Bezug auf andere Personen oder Beziehungen, erkennen und einfach wie eine Maschine effizient aus dem Verstand schieben.

Warten bis die Wunde heilt und gut ist.

So einfach kann es sein.

Lektion für’s Leben auf Sri Lanka gelernt.

Danke Reef Cut.


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Gerrit erblickte das Licht der Welt im Jahre 1991. Neben seiner Passion für das Surfen hat er noch ein Faible für selbst gemachten Eiskaffee und gutes Essen!

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