Gleichberechtigung beim Surfen

Gleichberechtigung beim Surfen

Surfen bis zur Gleichberechtigung

Dass Frauen sich im Job, bei der Verhandlung über die angemessene Bezahlung und im Leben überhaupt ständig beweisen müssen, um denselben Respekt zu erhalten, wie der eigentlich gelichgestellte männliche Mitarbeiter, ist definitiv keine Neuigkeit.

Aber auch im Wassersport, genauer gesagt bei den Profi Surfern, müssen wir uns, die überaus begabe weibliche Surfer- Elite, häufig beweisen.

Als ich vor über 13 Jahren zum Surfen angefangen habe, war das Line-Up von Männern dominiert.

Als wäre die Diskriminierung von Ausländern von den Ansässigen nicht schon schlimm genug.

Es spielte aber noch eine Rolle, ob man eine Frau war oder “ein guter Surfer”.

Hört sich doch ziemlich schlimm an, oder?

Die Marke Roxy hat dieses Vorurteil sogar noch unterstützt.

Da sich Sex gut verkaufen lässt, warb die Marke mit einer weiblichen Darstellerin, deren Gesicht man nie zu sehen bekam. Stattdessen wurde einem ihr Hinterteil 12 Mal präsentiert, in einem Werbespot mit 1:46 Minuten.

Die Firma wollte wohl darauf hindeuten, dass es egal ist, wie man surft, solange man als Frau genug Haut zeigte.

Mit demselben Klischee ​konfrontierte man sich auch auf der Suche nach einem Sponsor.

Während Männer rein nach ihrem Talent bewertet wurden, stand bei Frauen das Aussehen im Vordergrund.

Nicht nur weil sich dies gut vermarkten lässt, sondern weil man davon ausging, dass Frauen ohnehin nicht so gut surfen können.

Das spiegelte sich auch in Wettbewerben wider.

​Oft wurde es klar, dass eher die schönen Surferinnen am Start saßen, nicht die talentiertesten.

Klingt das etwa auch nur ansatzweise fair?


Gibt es Gleichberechtigung

Die Welt dreht sich weiter

In den letzten Zehn Jahren hat sich so einiges verändert.

Die Welt dreht sich nämlich weiter. ​

Die Rolle der Frau hat sich nicht nur in der Arbeit, sondern auch im Line Up verändert.

Im Line Up haben heutzutage Frauen meistens die Mehrheit.

Unter einem 50:50 Schnitt findet man kaum einen Strand und die Diskriminierung ist ebenfalls zurückgegangen. (Auf den Tag, an dem Diskriminierung der Vergangenheit angehört, warten wir noch.)

Grundsätzlich muss man festhalten, dass sich unsere Surf Leistungen einfach verbessert haben. ​

Heute ist es genauso spannend sich einen Surfwettbewerb mit weiblichen Teilnehmern anzusehen, wie einen mit männlichen Mitspielern.

Die Frauen surfen nämlich oftmals die gleichen Surfspots, wie die Herren. Sei es in Frankreich in der Nähe von Moliets oder in Portugal.

Das zeigt sich auch darin, dass man als weiblicher Teilnehmer meistens ein farbiges T-Shirt bekommt, um im Wasser besser erkannt zu werden.

Also, ​man legt auch auf das äußere weniger Wert​.

Vor einigen Jahren war ich noch die einzige weibliche Surflehrerin am Stand.

Inzwischen hat sich auch hier ein 50:50 Schnitt entwickelt.

Dabei muss man festhalten, dass diese Arbeit nicht ohne ist, viel Kraft, Einfühlungsvermögen und Sprachkenntnisse erfordert, und Frauen dies oft besser meistern als manche Männer.

Zu surfen und das Surfen weitervermitteln sind unterschiedliche Dinge. Diese gehen jedoch Hand in Hand.

Andere Menschen auf Surf Wettbewerbe vorzubereiten, oder eine einmalige Erfahrung zu bieten, spielt in diesem Fall keine Rolle.  

Unser Auftrag ist es zu vermitteln, dass jeder die gleiche Chance hat, sich zu verbessern, zu gewinnen, oder einfach nur eine einfache kleine Welle zu reiten.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie sich die Bademode weiterentwickelt hat, nachdem Roxy seine Prioritäten offen dargelegt hat


Gleichberechtigung beim Surfen

Bademode- Heute

Ich liebe Bademode - ziemlich sicher bin ich nicht die einzige Surferin, mit über 30 verschiedenen Ausführungen. Immerhin handelt es sich hier um mein Arbeitsoutfit.

Und auch hier gab es in den letzten Jahren eine große Veränderung.

Die heutige Selbstakzeptanz ist heute soweit fortgeschritten, dass jede Person, egal ob männlich oder weiblich, versucht sich im eigenen Körper wohl zu fühlen.

Hier spielen Formen und Farben keine Rolle.

Und jeder möchte sich, auch am Strand, bestmöglich kleiden.

Deshalb gibt es Bademode in jeder Ausführung: Bikinis, Tankinis, Burkinis, Badeanzüge mit langen Ärmeln… alles was das Herz begehrt.

Einen großen Schritt hat auch die Surf-Bikini Industrie gemacht, da diese inzwischen Wert darauflegt, farbenfrohe, schöne Bikinis zu produzieren.

Diese sollen beim Surfen im Wasser möglichst nicht verrutschen, um damit die kleinen Missgeschicke zu verringern.

Es gibt sogar Bikinis, die im Salzwasser an der Haut kleben bleiben und somit bombenfest jeder Welle trotzen können.

Wie viel Haut man zeigt, ist einem also selbst überlassen, ganz egal wie gut man surft.

Auch Sponsoren suchen sich inzwischen gute Surfer, indem sie aktiv am Stand nach Talenten Ausschau halten, auch während Surfwettbewerben und derartigen Veranstaltungen.

Bademode und Gleichberechtigung


Zusammengefasst kann man also behaupten, dass wir uns auf dem Weg der Besserung befinden.

​Der Auflösung des Problems nähern wir uns aber noch lange nicht.

Solange man überhaupt noch einen Gedanken daran verschwenden muss, ob man gleichberechtigt wird oder nicht, ist das Problem präsent.

Jeder einzelne kann sich dennoch mit diesem Thema auseinandersetzen. Für seine eigenen Rechte einstehen und dem Macho vom Line Up eine Welle klauen, um für etwas mehr Gerechtigkeit unserer Welt zu sorgen.

Surferinnen wir Marie Dubois oder Stephanie Gilmore sollten daran erinnern, wie viel Talent in weiblichen Surfern steck und, dass Geschlechter Spezifizierungen überhaupt nicht notwendig sind. 

“Wo die Welle, da ein Wille!”


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