Die Zukunft vom Surf Contest

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Surf-Contest Und Seine Zukunft

Wer schon einmal bei einem Surf Wettbewerb als Zuschauer war, dort gearbeitet oder sogar teilgenommen hat, kennt die Aufregung. 

Für die Zuschauer muss die Sicht passen, für die Arbeiter soll der Regen ausbleiben.

Und für die Surfer soll es natürlich die perfekten Wellen geben. Wenn die Bedingungen nicht vollkommenes Glück versprechen, wird der Surf Wettbewerb verschoben, bis die Wettervorhersage Besserung verspricht.

Und das kann dauern.

Oft Tage – oder sogar Wochen – später, wenn alle Zuschauer aus fremden Ländern wie Frankreich bereits abgereist sind, wird es erneut versucht und dann gelingt es – die perfekte Welle, der perfekte Tag. 


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Kriterien beim Surf Contest

Je nach Land und Veranstalter (wie der WSL) gibt es oft leicht unterschiedliche Regeln, die zur Bewertung der Surfer beitragen, aber grundsätzlich wird auf dieselben Punkte wert gelegt. 

Zunächst werden die Teilnehmer in Gruppen eingeteilt. Oftmals geschieht das nach Alter, Können, Geschlecht oder Surfbrett, denn “Longboard” sowie “Shortboard” ist oft eine eigene Kategorie.

Es tritt jeweils eine aus 3 bis 6 Teilnehmern bestehende Gruppe an und eine Runde nennt man beim Surf-Contest “Heat”. 

Die Teilnehmer haben dann 20 bis 35 Minuten Zeit ihr Können zu beweisen. Dabei wird von einer unparteiischen Jury nach Engagement, Schwierigkeit, Manöver, Kombination von Manövern, Geschwindigkeit, Power und Flow gewertet.

Außerdem ist die Anzahl der Wellen begrenzt – oft darf ein Teilnehmer nicht mehr als 12 Wellen nehmen. Deshalb überlegen sich Pro-Surfer gut, welche Welle sie surfen und welche nicht.

Schlussendlich wertet die aus vier oder fünf Personen bestehende Jury die unterschiedlichen Tricks und Manöver mit Zahlen von 0 bis 10 und legt am Ende des Heats einen Durchschnittswert fest.

Klingt logisch, oder?

Übrigens gilt es als No-Go, einem anderen Surfer die Welle zu stehlen, oder hineinzufahren. Es wird auf Surf-Etikette sehr geachtet und hierbei kann es bei einem Surf Contest sogar zu einem Punkteabzug führen.


Worauf kommt es an?

Natürlich haben unterschiedliche Surfer unterschiedliche Fähigkeiten, deshalb gibt es ja überhaupt erst einen Wettbewerb.

Jeder Surfer hat einen Lieblingstrick, mit dem er besonders hohe Punkte erzielen möchte, doch die Wellen spielen nicht immer mit. 

Ein großer Teil von einem Surf-Contest ist es, die Wellen richtig auszuwählen und dazu muss man das Meer richtig lesen können.

Viele Surfer sammeln Erfahrung, indem sie an den unterschiedlichsten Surf Spots der Welt surfen und die verschiedenen Meere kennenlernen. Dazu reisen sie zu den beliebten Surf-Spots in den USA, nach Europa oder gar nach Bali in Asien. 

Das hilft ihnen zukünftig bei Surf Wettbewerben und schult ihre Fähigkeit, den Aufbau der Welle richtig zu erkennen.


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Wo liegen die Probleme vom Surf Contest? 

Wer selbst am Meer wohnt, oder längere Zeit am Meer verbracht hat weiß, dass man die Gegend erst kennenlernen muss. 

Erst nach längerer Zeit an einem Ort weißt du, wo die Wellen am schönsten brechen.

Du nutzt die Sandbänke oder Riffs richtig und erkennst, wohin einen die Strömung zieht.

Kurz gesagt, ein Surf-Wettbewerb am eigenen Strand bringt einem einen Heimvorteil und das ist unbestreitbar. 

Ein weiteres Problem sind die Wellen Sets selbst, denn die Natur ist oft unberechenbar und Glück spielt eine große Rolle.

Auch wenn ein Top Surfer antritt, kann es passieren, dass sich einfach keine Welle aufbaut und ein 30 Minuten Heat ist schnell vorüber.

Einem anderen Surfer kann es passieren, dass er drei perfekte Wellen hintereinander erwischt, weil er zufällig am richtigen Ort gewartet hat. 


Ist ein Surf-Contest fair?

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister, denn es gibt gute Argumente für beide Seiten. Hier gibt es einen kurzen Überblick zusammengefasst.

  • Ein Heimvorteil kann nicht fair sein gegenüber den anderen Mitstreitern. Daher sollten Locals nie an ihren eigenen Surfwettbewerben teilnehmen dürfen, oder eine einheitliche Welle reiten müssen. 
  • Bei Wettbewerben sollte es nicht um Glück in der Natur gehen, sondern um Fairness. Daher sollte jeder Surf-Contest in künstlichen Wellen-Anlagen stattfinden, um eine Chance für jeden zu ermöglichen. Dadurch kommt zum Vorschein wer wirklich die besten Fähigkeiten hat.
  • Heimvorteil ist Teil des Spiels. Sobald der Surfer zum nächsten Surfwettbewerb verreist ist der Heimvorteil verschwunden. Neid wird oft mit Heimvorteil verwechselt. 
  • Das Meer zu lesen ist kein Glück, sondern ebenfalls Können und ein großer Teil des Surfwettbewerbs. Wer den Aufbau der Welle falsch interpretiert zahlt mit einer niedrigen Bewertung. Jeder Surfer sollte sich dem Meer anpassen können und es ist nicht notwendig die gleichen Bedingungen zu schaffen – das wäre nur der halbe Wettbewerb und nach einem Jahr bereits langweilig.
Wavebutler Club Europa Surfferien

Was ist die Zukunft der Welle?

Die Diskussion der künstlichen Welle ist neu, denn die Technologie ist erst seit Kurzem verfügbar. Gefühlt kam sie letzten März raus. 

Mehr und mehr Surfwettbewerbe finden in solchen Anlagen statt und nicht jeder ist davon überzeugt. Bereits 2020 ist Surfen ein Teil der olympischen Spiele und lange wurde diskutiert, ob der Wettbewerb ebenfalls auf einer künstlich erbauten Welle stattfinden soll.

Inzwischen ist geklärt, dass die Olympischen Sommerspiele 2020 in der Kategorie Surfen am Strand in Ichinomiya ablaufen werden. 

Obwohl es beim Surfen eigentlich um die Verbundenheit mit der Natur geht, rücken Wettbewerbe dieses Thema in den Schatten.

Das Werben um den Titel, der Beste, oder die Beste zu sein, bringt Argumente auf den Tisch, die eigentlich komplett unwichtig sind.

Surfen ist zwar ein Hochleistungssport, doch geht es ursprünglich um das Meer selbst.

Weshalb würde überhaupt jemand vorschlagen, auf das Meer zu verzichten?
Macht das denn Sinn?

Auch wenn immer mehr Wettbewerbe in Surf Anlagen stattfinden, bevorzugen viele Surfen nach wie vor die Kraft der Natur und verzichten auf die kostenintensiven künstlichen Wellen

Jeder kann sich natürlich seine eigene Meinung über dieses Thema bilden, doch sollten beide Standpunkte evaluiert werden und natürlich auch der Standpunkt der Natur respektiert werden.


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Gerrit erblickte das Licht der Welt im Jahre 1991. Neben seiner Passion für das Surfen hat er noch ein Faible für selbst gemachten Eiskaffee und gutes Essen!

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